
Tabea Zimmermann ist eine Musikerin von außergewöhnlicher Vielseitigkeit. Als international gefragte Solistin, Kammermusikerin und Pädagogin prägt sie das Musikleben weit über das Konzertpodium hinaus. Im Zentrum ihres Schaffens steht stets die Bratsche – als Ausdruck künstlerischer Exzellenz und persönlicher Überzeugung.
Bereits mit elf Jahren debütierte die aus Südbaden stammende Musikerin in der Berliner Philharmonie. Es folgten bedeutende Wettbewerbserfolge in Genf, Paris und Budapest, ehe sie mit nur 21 Jahren zur jüngsten Professorin Deutschlands berufen wurde. Der Lehre ist sie bis heute eng verbunden – aktuell an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt sowie an der Kronberg Academy.
Ein besonderer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt auf der zeitgenössischen Musik. Zahlreiche Werke von Komponisten wie György Ligeti, Heinz Holliger, Wolfgang Rihm, Enno Poppe und Michael Jarrell wurden ihr gewidmet oder von ihr uraufgeführt. Für Tabea Zimmermann ist die Auseinandersetzung mit neuer Musik eng verknüpft mit der Weiterentwicklung klassischer Interpretationsansätze. Die Kammermusik ist ihr dabei ebenso wichtig wie das „Play & Lead“-Prinzip, bei dem sie Orchesterprojekte direkt aus der Mitte des Ensembles heraus leitet – wie zuletzt beim Saint Paul Chamber Orchestra als artistic partner, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder dem Bundesjugendorchester sowie in zahlreichen Projekten mit dem Ensemble Resonanz.
Diese vielseitige Haltung spiegelt sich auch in der Saison 2026/2027 wider, in der Tabea Zimmermann weltweit erneut maßstabsetzende Impulse setzt. Den Auftakt bildet ein Highlight der zeitgenössischen Musik: Beim Festival Musica in Straßburg interpretiert sie gemeinsam mit dem Vokalensemble EXAUDI Georges Aperghis’ Werk Tell Tales. Es folgen symphonische Glanzpunkte wie Hector Berlioz’ Harold in Italien im Wiener Musikverein mit dem RSO Wien unter Ingo Metzmacher sowie eine Triotournee durch Österreich und die Schweiz an der Seite ihrer langjährigen Kammermusikpartner Isabelle Faust und Jean-Guihen Queyras. Das neue Jahr 2027 beginnt mit Auftritten in Stuttgart und Freiburg, wo sie gemeinsam mit dem SWR Symphonieorchester unter der Leitung von François-Xavier Roth das Violakonzert von York Höller präsentiert.
Ein starker geografischer Schwerpunkt der Saison liegt in Spanien: in Madrid interpretiert sie mit dem Orquesta y Coro Nacionales de España unter Kristiina Poska Paul Hindemiths Der Schwanendreher, gefolgt von Béla Bartóks Violakonzert mit dem Real Orquesta Sinfónica de Sevilla unter Lucas Macías. Zudem führt eine große Europatournee im Trio mit Jean-Guihen Queyras und Javier Perianes sie durch bedeutende spanische Säle in Alicante, Madrid und Barcelona, ehe sich direkt eine Duo-Rezitaltournee mit Javier Perianes durch Italien (Turin, Siena, Rom und Florenz) anschließt.
Internationale Kammermusik und Gastspiele runden das Programm ab: Neben einem Duo-Rezital mit Antoine Tamestit im Pierre Boulez Saal in Berlin stehen auch ein Kammermusikabend mit Kirill Gerstein im Wiener Musikverein und William Waltons Viola Concerto mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter Andris Poga auf dem Plan. Mit der Kammerakademie Potsdam bringt sie Bohuslav Martinůs Rhapsody-Concerto zur Aufführung. Den glanzvollen Saisonabschluss bildet eine Uraufführung von Milica Djordjevic in der Reihe musica viva des Bayerischen Rundfunks im Herkulessaal mit Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Brad Lubman.
Für ihr vielfältiges Engagement wurde sie vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Ernst von Siemens Musikpreis 2020, dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und der Ehrenmitgliedschaft des Deutschen Musikrats. Tabea Zimmermann steht wie kaum eine andere Musikerin für künstlerische Integrität, geistige Unabhängigkeit und eine Musik, die aus tiefster innerer Überzeugung lebt.
1. September 2026 - 20:00 Urrugne, Urrugne, Eglise Saint-Vincent Joaquin Turina: Scène Andalouse for viola, piano and String Quartet op.7 I. Crépuscule du soir II. À la fenêtre |
27. September 2026 - 17:00 Boswil, Stiftung Künstlerhaus Boswil Johannes Brahms: Scherzo in C-Moll aus der F-A-E Sonate |
30. September 2026 - 20:30 Strasbourg, Cité de la Musique et de la Danse | Conservatoire de Strasbourg Georges Apergis: Tell Tales für sechs Stimmen und Viola (UA) |
HIGHLIGHTS 2023/2024