Portrait Tabea Zimmermann

Tabea Zimmermann

Bratsche
© Marco Borggreve
General Management

Tabea Zimmermann ist eine Musikerin von außergewöhnlicher Vielseitigkeit. Als international gefragte Solistin, Kammermusikerin und Pädagogin prägt sie das Musikleben weit über das Konzertpodium hinaus. Im Zentrum ihres Schaffens steht stets die Bratsche – als Ausdruck künstlerischer Exzellenz und persönlicher Überzeugung.

Bereits mit elf Jahren debütierte die aus Südbaden stammende Musikerin in der Berliner Philharmonie. Es folgten bedeutende Wettbewerbserfolge in Genf, Paris und Budapest, ehe sie mit nur 21 Jahren zur jüngsten Professorin Deutschlands berufen wurde. Der Lehre ist sie bis heute eng verbunden – aktuell an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt sowie an der Kronberg Academy.

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt auf der zeitgenössischen Musik. Zahlreiche Werke von Komponisten wie György Ligeti, Heinz Holliger, Wolfgang Rihm, Enno Poppe und Michael Jarrell wurden ihr gewidmet oder von ihr uraufgeführt. Für Tabea Zimmermann ist die Auseinandersetzung mit neuer Musik eng verknüpft mit der Weiterentwicklung klassischer Interpretationsansätze. Die Kammermusik ist ihr dabei ebenso wichtig wie das „Play & Lead“-Prinzip, bei dem sie Orchesterprojekte direkt aus der Mitte des Ensembles heraus leitet – wie zuletzt beim Saint Paul Chamber Orchestra als artistic partner, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder dem Bundesjugendorchester sowie in zahlreichen Projekten mit dem Ensemble Resonanz.

Diese vielseitige Haltung spiegelt sich auch in der Saison 2026/2027 wider, in der Tabea Zimmermann weltweit erneut maßstabsetzende Impulse setzt. Den Auftakt bildet ein Highlight der zeitgenössischen Musik: Beim Festival Musica in Straßburg interpretiert sie gemeinsam mit dem Vokalensemble EXAUDI Georges Aperghis’ Werk Tell Tales. Es folgen symphonische Glanzpunkte wie Hector Berlioz’ Harold in Italien im Wiener Musikverein mit dem RSO Wien unter Ingo Metzmacher sowie eine Triotournee durch Österreich und die Schweiz an der Seite ihrer langjährigen Kammermusikpartner Isabelle Faust und Jean-Guihen Queyras. Das neue Jahr 2027 beginnt mit Auftritten in Stuttgart und Freiburg, wo sie gemeinsam mit dem SWR Symphonieorchester unter der Leitung von François-Xavier Roth das Violakonzert von York Höller präsentiert.

Ein starker geografischer Schwerpunkt der Saison liegt in Spanien: in Madrid interpretiert sie mit dem Orquesta y Coro Nacionales de España unter Kristiina Poska Paul Hindemiths Der Schwanendreher, gefolgt von Béla Bartóks Violakonzert mit dem Real Orquesta Sinfónica de Sevilla unter Lucas Macías. Zudem führt eine große Europatournee im Trio mit Jean-Guihen Queyras und Javier Perianes sie durch bedeutende spanische Säle in Alicante, Madrid und Barcelona, ehe sich direkt eine Duo-Rezitaltournee mit Javier Perianes durch Italien (Turin, Siena, Rom und Florenz) anschließt.

Internationale Kammermusik und Gastspiele runden das Programm ab: Neben einem Duo-Rezital mit Antoine Tamestit im Pierre Boulez Saal in Berlin stehen auch ein Kammermusikabend mit Kirill Gerstein im Wiener Musikverein und William Waltons Viola Concerto mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter Andris Poga auf dem Plan. Mit der Kammerakademie Potsdam bringt sie Bohuslav Martinůs Rhapsody-Concerto zur Aufführung. Den glanzvollen Saisonabschluss bildet eine Uraufführung von Milica Djordjevic in der Reihe musica viva des Bayerischen Rundfunks im Herkulessaal mit Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Brad Lubman.

Für ihr vielfältiges Engagement wurde sie vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Ernst von Siemens Musikpreis 2020, dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und der Ehrenmitgliedschaft des Deutschen Musikrats. Tabea Zimmermann steht wie kaum eine andere Musikerin für künstlerische Integrität, geistige Unabhängigkeit und eine Musik, die aus tiefster innerer Überzeugung lebt.

 




1. September 2026 - 20:00

Urrugne, Urrugne, Eglise Saint-Vincent

Joaquin Turina: Scène Andalouse for viola, piano and String Quartet op.7 I. Crépuscule du soir II. À la fenêtre
Isaac Albéniz: Tango (from España op. 165, transcr. by Henri Classens)
Manuel de Falla: Siete canciones populares españolas
Astor Piazzolla: Grand Tango



27. September 2026 - 17:00

Boswil, Stiftung Künstlerhaus Boswil

Johannes Brahms: Scherzo in C-Moll aus der F-A-E Sonate
Robert Schumann: Romanzen für Oboe und Klavier, op. 94
Clara Schumann: Drei Romanzen op. 22
Joseph Joachim: Hebräische Melodien op.9
Robert Fuchs: 6 Phantasiestücke Op. 117 (Auszüge)
George Enescu: Konzertstück für Viola und Klavier
Stan Golestan: Arioso et Allegro de concert

Info & Tickets



30. September 2026 - 20:30

Strasbourg, Cité de la Musique et de la Danse | Conservatoire de Strasbourg

Georges Apergis: Tell Tales für sechs Stimmen und Viola (UA)



  • Unvollendete Werke sind nicht unweigerlich unvollkommen. Bartóks nur als Skizze überliefertes Bratschenkonzert ist dafür ein Beispiel. Allerdings hat dazu auch Tabea Zimmermann, Solistin des thematisch entsprechend ausgerichteten Konzerts entscheidend beigetragen, die nach vielen Jahren intensiver Beschäftigung damit eine eigene Fassung erstellt hat. Schlafwandlerisch sicher meistert sie das technisch anspruchsvolle Stück, das ihr kaum eine Pause gönnt.
  • „Telling Tales“ von Georges Aperghis ist der Bratschistin Tabea Zimmermann und dem englischen Vokalsextett Exaudi gewidmet. Wobei es nicht um konkrete Geschichten geht, vielmehr um den Klang verschiedenster Sprachen und die Gestik des Erzählens, Debattierens, Mitteilens. Was die Bratsche dabei als Stichwortgeber, Kommentator, Illustrator, solistischer Rezitator oder sogar Mitsängerin für die Dauer von 45 Minuten zu leisten hat, gehört zu den unvergesslichen Uraufführungsmomenten weit über diesen Festivaljahrgang hinaus.
    FAZ
    "Wo Ressourcen dumm verschwendet werden", Lotte Thaler, 22.10.2025
  • Tabea Zimmermann gelingt das Kunststück, die Doppelbödigkeit hörbar zu machen: Immer wieder legt sie feine klangliche Schatten über die eingängigen Themen, bricht die stilisierte Volkstümlichkeit mit fragenden und nachdenklichen Tönen auf. Meisterhaft macht sie auf diese Weise deutlich, was so tatsächlich nur die Bratsche kann: eine vermeintlich sonnige Melodie unterschwellig derart wehmütig klingen zu lassen, als stände morgen bereits der Weltuntergang vor der Tür.
    Neue Zürcher Zeitung
    Meister des Hell-Dunkels, Die Musikerin Tabea Zimmern und der Dirigent Marek Janowski geben ein aussergewöhnliches Konzert in der Tonhalle, Christian Wildhagen, 07.02.2026
  • Wie das fantastische Ensemble EXAUDI gemeinsam mit Tabea Zimmermann diesen vibrierenden, feingliedrigen, verdichteten musikalischen Kosmos präzise und detailreich zum Leben erwecken, ist expressiv und rätselhaft, tänzerisch und komplex. Freie, ungebundene Stimmen, die miteinander in engem Kontakt stehen –hier wird das Festivalmotto Wirklichkeit.
    Badische Zeitung
    Georg Rüdiger, "Neue Musik als Wohlfühlort", 20.10.2025
  • Yet, when it comes to booking soloists to appear with major orchestras, seldom is there a violist among them. One of the lone exceptions is Germany's Tabea Zimmermann, who might just be the world's most widely respected violist. […] Zimmermann is what you'd call a musician's musician.



Elisabeth Ehlers

Elisabeth Ehlers

Director
E-Mail
+49 89 44488790
Felicitas Wittekindt

Felicitas Wittekindt

E-Mail
Associate Artist Manager
+49 89 444887911

  HIGHLIGHTS 2023/2024