Die Sopranistin Johanni van Oostrum wurde in Südafrika geboren und studierte an der Universität Pretoria. Sie erhielt ihre Gesangsausbildung bei Dr. Mimi Coertse und war Mitglied des Black Tie Opernstudios. Sie ist eine gefragte Interpretin der großen Sopran-Partien von u. a. Strauss, Weber, Janáček und Wagner und arbeitet in diesem Repertoire mit Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Alan Gilbert, Ivor Bolton, Yannick Nézet-Séguin, Adam Fischer, Antonello Manacorda, Oksana Lyniv oder Laurence Equilbey sowie mit Regisseuren wie Harry Kupfer, Barrie Kosky, Tobias Kratzer oder Vera Nemirova.

Eine ihrer Paraderollen ist die Feldmarschallin (Der Rosenkavalier), die sie u.a. unter Sir Simon Rattle an der Nederlandse Opera in Amsterdam, an der Royal Swedish Opera in Stockholm unter Alan Gilbert, an der Komischen Oper Berlin oder am Bolshoi Theater in Moskau gesungen hat. Einen triumphalen Erfolg konnte sie 2022 mit ihrem Debüt an der Wiener Staatsoper feiern - als Einspringerin in eben dieser Rolle in der legendären Rosenkavalier-Inszenierung von Otto Schenk. 

Nach ihrem Debüt an der Bayerischen Staatsoper als Contessa überzeugte sie dort auch mit einem fulminanten Einspringer als Elsa (Lohengrin) Publikum und Kritiker gleichermaßen. Johanni van Oostrum sang die Titelrolle in Richard Strauss' Salome an der Oper Graz sowie die Marietta in Korngolds Die tote Stadt an der Opéra de Limoges – beides Rollendebüts. 

20/21 gab sie der Pandemie zum Trotz ihre Debüts als Leonore in einer konzertanten Aufführung von Beethovens Fidelio, dirigiert von Adam Fischer sowie als Jenůfa in der gleichnamigen Oper von Leos Janacek am Konzert Theater Bern. Sie war die Agathe in “The Freischütz Project” von Laurence Equilbey mit dem Insula Orchestra, das live in Aix-en-Provence, dem BOZAR in Brüssel, dem Theater an der Wien, dem Théâtre des Champs-Élysèes in Paris und dem Barbican Centre in London zu erleben war und bei Warner Classics bzw. Erato auf CD und DVD erschienen ist. Geplant - und durch die Pandemie verhindert – waren ihre Debüts am Liceu Theater in Barcelona als Elisabeth in Wagners Tannhäuser und eine Neuproduktion von Le nozze di Figaro an der Canadian Opera Company. Im Mai 2022 wurde  sie als Agathe in Kirill Serebrennikovs umjubelter Neuproduktion des Freischütz an der Nederlandse Opera in Amsterdam gefeiert. 

Die Saison 22/23 eröffnet Johanni van Oostrum mit ihrem Debüt als Elisabeth in der Tannhäuser-Neuproduktion an der Opéra national de Lyon, am Pult zum ersten Mal mit einer Wagner-Oper Daniele Rustioni. Im Anschluss ist sie als Chrysothemis in Hamburg, als Eva in den Meistersingern beim Tokyo Spring Festival unter Marek Janowski, in der Titelpartie in einer Neuproduktion von Dvoraks Rusalka an der Oper Amsterdam sowie zum Abschluss erneut als Agathe, diesmal an der Dresdener Semperoper zu Gast. 

Auf der Konzertbühne kann man Johanni van Oostrum mit Beethovens 9. SinfonieVier letzten Liedern und anderen Orchesterliedern von Richard Strauss, Beethovens Konzertarie “Ah! Perfido”, dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms, Mendelssohns Elias, Zemlinskys Lyrischer Sinfonie und Verdis Messa di Requiem erleben. Ein besonderes Anliegen ist ihr die Aufführung von Liedern südafrikanischer Komponisten.