Jukka-Pekka Saraste zählt zu den herausragenden Dirigenten seiner Generation. Er zeichnet sich insbesondere durch seine außergewöhnliche musikalische Tiefe und Integrität aus und hat sich für seine objektive Annäherung an die Musik einen Namen gemacht. Im finnischen Heinola geboren, begann er seine Karriere als Geiger, bevor er an der Sibelius-Akademie Helsinki bei Jorma Panula Dirigieren studierte. Der überaus vielseitige Künstler hegt eine besondere Leidenschaft für den Klang und Stil der Spätromantik. Eine besondere Affinität hat er zu den Werken von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch, Strawinsky und Sibelius. Für seine Interpretationen von Mahler wird er international gefeiert.


Von 2010 bis 2019 wirkte Jukka-Pekka Saraste als Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters Köln. Die Intensität der gemeinsamen Interpretationen war nicht nur in Köln, sondern auch bei gemeinsame Tourneen nach Österreich, Spanien, durchs Baltikum und nach Asien zu erleben. Besonders erfolgreich waren die symphonischen Zyklen mit Werken von Sibelius, Brahms und Beethoven. Zuvor, von 2006 bis 2013, war Jukka-Pekka Saraste Music Director und Chefdirigent des Oslo Philharmonic Orchestra und wurde am Ende seiner Amtszeit zum Ehrendirigenten ernannt – ein Titel, der vom Orchester erstmals vergeben wurde. Zuvor bekleidete er Chefpositionen beim Scottish Chamber Orchestra, beim Finnish Radio Symphony Orchestra (wo er ebenfalls Ehrendirigent ist) und beim Toronto Symphony Orchestra, außerdem war er Principal Guest Conductor des BBC Symphony Orchestra und Künstlerischer Berater des Lahti Symphony Orchestra. Er gründete das Finnish Chamber Orchestra, für das er bis heute als Künstlerischer Berater fungiert. Für dieses Orchester rief er auch das jährlich stattfindende Tammisaari Festival ins Leben, dessen Künstlerischer Leiter er ebenfalls ist. Er zählt zu den Mitbegründern von LEAD!, einem Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, jungen Nachwuchsmusikern und -dirigenten durch Orchesterarbeit, in Workshops und Meisterkursen effektive musikalische Führungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit zu vermitteln. LEAD!-Orchesterprojekte führten ihn bereits an die Haute École de Musique de Lausanne, zum Aurora Festival in Stockholm, Sofia Philharmonic Orchestra und Orchesterzentrum | NRW Dortmund statt. Im Sommer 2020 lag sein Fokus auf einem Meisterkurs für Dirigenten im Rahmen des Sommerfestivals im finnischen Fiskars.


Als Gastdirigent steht Jukka-Pekka Saraste am Pult der großen Orchester weltweit, darunter das London Philharmonic Orchestra, Philharmonia Orchestra, Orchestre de Paris, Gewandhausorchester Leipzig, Royal Concertgebouw Orchestra, Rotterdam Philharmonic Orchestra, NHK Symphony Orchestra, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Münchner Philharmoniker, Konzerthausorchester Berlin, Wiener Symphoniker, Staatskapelle Dresden sowie alle führenden skandinavischen Orchester. In Nordamerika dirigierte er das Cleveland Orchestra, Boston Symphony, Chicago Symphony, San Francisco Symphony, Pittsburgh Symphony, Los Angeles Philharmonic, Detroit Symphony, New York Philharmonic sowie das Orchestre Symphonique de Montréal. In den letzten Jahren hat er sich verstärkt der Oper zugewandt; nach konzertanten Aufführungen von Strawinskys Oedipus Rex, Schönbergs und Bartóks Herzog Blaubarts Burg konnte er große Erfolge als Dirigent einer szenischen Neuproduktion von Mendelssohns Oratorium Elias in der Regie von Calixto Bieito sowie einer Neuinszenierung von Korngolds Die tote Stadt an der Finnischen Nationaloper verzeichnen. In der Saison 2020/2021 wird er die musikalische Leitung einer Neuproduktion von Aribert Reimanns Lear an der Bayerischen Staatsoper in München übernehmen.


Jukka-Pekka Sarastes umfangreiche Diskographie umfasst sämtliche Symphonien von Sibelius und Nielsen mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra. Seine Aufnahmen mit dem Toronto Symphony Orchestra mit Werken von Bartók, Dutilleux, Mussorgsky und Prokofjew für Warner Finlandia fanden international große Anerkennung. Mit dem WDR Sinfonieorchester hat er zahlreiche Einspielungen bei Hänssler vorgelegt, darunter Schönbergs Pelleas und Melisande, Strawinskys Le Rossignol, die vier Symphonien von Brahms, Mahlers Symphonie Nr. 5 und Nr. 9 sowie Bruckners Symphonie Nr. 8, allesamt von der Presse hoch gelobt. Der erfolgreiche Kölner Zyklus aller Beethoven-Symphonien wurde 2019 veröffentlicht und kann als Vermächtnis seiner Kölner Amtszeit angesehen werden.


Jukka-Pekka Saraste wurde mit dem Pro Finlandia-Preis, der Sibelius-Medaille sowie dem finnischen Staatspreis für Musik ausgezeichnet. Außerdem verliehen ihm die York University Toronto und die Sibelius-Akademie Helsinki die Ehrendoktorwürde.

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