Jukka-Pekka Saraste zählt zu den herausragenden Dirigenten seiner Generation und zeichnet sich insbesondere durch seine außergewöhnliche musikalische Tiefe und Integrität aus. Im finnischen Heinola geboren, begann er seine Karriere als Geiger, bevor er an der Sibelius-Akademie Helsinki bei Jorma Panula Dirigieren studierte.

Der überaus vielseitige Künstler hegt eine besondere Leidenschaft für den Klang und Stil der spätromantischen Musik. Gleichermaßen setzt er sich für das zeitgenössische Repertoire ein und dirigiert regelmäßig Werke von Komponisten wie Magnus Lindberg, Kaja Saariaho, Esa-Pekka Salonen und Henri Dutilleux. Er brachte, nebst anderen, Kompositionen von Wolfgang Rihm, Friedrich Cerha und Pascal Dusapin zur Uraufführung und zählt darüber hinaus zu den Mitbegründern des Avanti! Chamber Orchestra, das einen besonderen Schwerpunkt auf moderne Musik legt.

Mit Beginn der Saison 2010/2011 übernahm Jukka-Pekka Saraste das Amt des Chefdirigenten beim WDR Sinfonieorchester Köln, sein Vertrag läuft nach Verlängerung im Jahr 2015 bis zum Ende der Saison 2018/2019. Von 2006 bis 2013 war er Music Director und Chefdirigent des Oslo Philharmonic Orchestra und wurde am Ende seiner Amtszeit zum Ehrendirigenten ernannt – ein Titel, der vom Orchester erstmals vergeben wurde. Zuvor bekleidete er Chefpositionen beim Scottish Chamber Orchestra (1987-1991), beim Finnish Radio Symphony Orchestra (1987-2001, danach Ehrendirigent) und beim Toronto Symphony Orchestra (1994-2001), außerdem war er Principal Guest Conductor des BBC Symphony Orchestra (2002-2005). Er wirkte außerdem für drei Jahre als Künstlerischer Berater des Lahti Symphony Orchestra und gründete das Finnish Chamber Orchestra, für das er bis heute als Künstlerischer Berater fungiert. Für dieses Orchester rief er auch das jährlich stattfindende Tammisaari Festival ins Leben, dessen Künstlerischer Leiter er ebenfalls ist.

Als Gastdirigent steht er am Pult der großen Orchester weltweit, darunter das London Philharmonic Orchestra, Philharmonia Orchestra, Orchestre de Paris, Gewandhausorchester Leipzig, Royal Concertgebouw Orchestra, Rotterdam Philharmonic Orchestra, NHK Symphony Orchestra, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Münchner Philharmoniker, Konzerthausorchester Berlin, Wiener Symphoniker, Staatskapelle Dresden sowie alle führenden skandinavischen Orchester. In Nordamerika dirigierte er das Cleveland Orchestra, Boston Symphony, Chicago Symphony, San Francisco Symphony, Pittsburgh Symphony, Los Angeles Philharmonic, New York Philharmonic sowie das Orchestre Symphonique de Montréal.

Jukka-Pekka Sarastes umfangreiche Diskographie umfasst sämtliche Symphonien von Sibelius und Nielsen mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra. Seine Aufnahmen mit dem Toronto Symphony Orchestra mit Werken von Bartók, Dutilleux, Mussorgsky und Prokofjew für Warner Finlandia, insbesondere die 2. Symphonie von Dutilleux, fanden international große Anerkennung, ebenso Mahlers 6. Symphonie mit dem Oslo Philharmonic Orchestra. Mit dem WDR Sinfonieorchester nimmt er nun für Hänssler auf; die vorliegenden Einspielungen, darunter Schönbergs Pelleas und Melisande, Strawinskys Feuervogel, die 1. und 3. Symphonie von Brahms, Mahlers Symphonie Nr. 5 und Nr. 9 sowie zuletzt Bruckners Symphonie Nr. 8 werden von der Presse hoch gelobt. Bei Kairos erschien, ebenfalls gemeinsam mit dem WDR Sinfonieorchester, eine vielbeachtete Aufnahme von Friedrich Cerhas Drei Orchesterstücken.

Jukka-Pekka Saraste wurde mit dem Pro Finlandia-Preis, der Sibelius-Medaille sowie dem finnischen Staatspreis für Musik ausgezeichnet. Außerdem verliehen ihm die York University Toronto und die Sibelius-Akademie Helsinki die Ehrendoktorwürde.

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