Lang Lang zeigt uns, wie viel er beim Suchen [in den Goldberg-Variationen] entdeckt hat. Mehr noch zeigt er uns, dass er Humor hat, dass er sich Bachs Pointen nicht entgehen lässt. […] Zwischendurch erleben wir Anfallsattacken von purer Virtuosität, die aber nicht selbstzweckhaft, sondern erzählerisch wirken. Dann wieder breitet sich eine fast ozeanische Ruhe aus, und man fühlt sich von guten Kängen wunderbar geborgen. […] Er spielt jede Variation mit sämtlichen Wiederholungen und stilsicheren Verzierungen, er nimmt sich alle Zeit der Welt und drängt auch nach der späten Variation 25, dem Tabernakel des Zyklus, nicht zum Ende hin.

Wolfram Goertz, "Klavierstar zurück in NRW. Von guten Klängen wunderbar geborgen", in: Rheinische Post, 11.03.2020

 

Der Virtuose, der nach einer Sehnenentzündung sein Comeback mit Mozart gibt, deutete den Solopart quasi nach innen aus. Er setzte nur sparsam, aber wirkungsvoll artikulierte Akzente und Läufe, verkroch sich zum Teil mit hingehauchtem Pianissimo im Orchester und in die gebannte Stille im Saal hinein, um andernorts mit singendem Ton durch den Raum zu schweben: Der Künstler als Kind, das staunend in jeder Note, in jedem Augenblick Entdeckungen macht und uns daran teilnehmen lässt. Selten hört man Mozart derart lebendig, berührend musiziert [...].
Urs Mattenberger, “Eröffnungskonzert des Lucerne Festival. Chailly und Lang Lang lassen Staunen und Träumen”, in: Luzerner Zeitung, 18.08.2018