Julia Fischer Quartett

String Quartet

"Vier brillante junge Solisten fanden zusammen, um Streichquartette zu spielen. Um die Stargeigerin Julia Fischer gruppierten sich Violinkollege und Menuhin-Zögling Alexander Sitkovetsky, der bekannte deutsche Bratscher Nils Mönkemeyer und der vielfach international ausgezeichnete Cellist Benjamin Nyffenegger aus Bern. Julia-Fischer-Quartett nennt sich das Ensemble, das nun in der Tonhalle Werke von Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und Leos Janácek aufführte.
Schon der erste leise Akkord von Beethovens Streichquartett Es-Dur op. 74 „Harfenquartett“ war eine kleine Offenbarung. Nicht immer erlebt man live Streichquartette mit so sauberer Intonation und derart nobler Klangqualität. Und es wird schnell klar, dass vier Musiker, die auch solistisch brillant sind, eine herausgehobene Ensembleleistung zustande bringen. Es gibt ja recht viele gute Quartette, aber selten erlebt man ein solches, in dem jeder Einzelne ein besonderer Instrumentalist ist.
Nun birgt die Spontanvergärung auch Gefahren. Auf Festivals ist manchmal zu erleben, wie Stars plötzlich zusammen Stücke spielen, ohne ein homogenes Ensemble zu bilden. Dann hört man brillante Einzelleistungen, aber es entsteht trotzdem kein klares Klangbild. Hier nun ist es anders, hier entsteht höchste Homogenität vierer Glanzlichter."
Lars Wallerang, „Homogenität vierer Glanzlichter“ in: Westdeutsche Zeitung, 2. Februar 2018

 

"Natürlich ist sich Julia Fischer ihrer Rolle als umjubelte Geigen-Diva bewusst, und natürlich lässt ihr der exponiert-virtuose Part viel Raum, ihre unübertroffene geigerische Brillanz, ihren wunderbar reinen Ton und ihre fein abgestufte Phrasierungskunst zum Strahlen zu bringen."

Markus Pacher, „Gruppenbild mit Dame“, in: Die Rheinpfalz, 1. Februar 2018

 

"Fischer selbst geht nicht mit ihrem geigerischen Starformat hausieren, doch verbergen lässt es sich natürlich nicht vollständig. Etwa, wenn ihr nobler Ton im zweiten Satz des zehnten Beethoven-Quartetts so unaufdringlich wie problemlos den gesamten Saal flutet. Und dann im Presto trotz dynamischer Zurückhaltung brillante Pirouetten dreht. Fischer ist in der Musikszene als Perfektionistin anerkannt - als Primadonna gilt sie hingegen nicht. […] Aus spieltechnischer Perfektion wird Emotion, und selbst die makellose Erste Geigerin Julia Fischer geht dynamisch zunehmend aus sich heraus und nimmt das Ganze menschlich und persönlich. Dass ihr das glänzend steht, bemerkt auch das Publikum."

Hans-Günther Fischer, „Ehekrach musikalisch umgesetzt“, in: Mannheimer Morgen, 01. Februar 2018

 

„Instrumentalbeherrschung, Intonationsgenauigkeit, Verzierungs- und Vibratokultur und Klangbalance sind heute selbstverständliche Bedingungen, um den jeweils eigenen Charakter, die "Persönlichkeit" der Quartette auszugestalten. Das gilt auch für ein Solistenquartett wie das um die grandiose Julia Fischer. Aus ursprünglicher Kammermusiklust ist in Jahren eine Formation erwachsen, die ihr anfangs solistisches Streben überzeugend in ein vitales Miteinander aus symphonischem Geist verwandelt hat. Welche enormen Ausdrucksenergien die vier entfalten können, zeigte die geradezu ekstatisch aufgeladene Aufführung von LeošJanáčeks 1. Quartett. Die Heftigkeit von Janáčeks fast atemloser Kurzmotivik, die abrupten Wechsel zwischen hysterischem Aufschrei, melodiösem Strömen, rhythmischer Attacke, dazu die überlegene Disposition dieses instrumentalen Gefühlstheaters - es war mitreißend. Ganz anders verstanden sie Franz Schuberts "Rosamunde"-Quartett: als sehnsuchtsvolle Botschaft aus einer so unheilbar traurigen wie schmerzlich schönen Schattenwelt.“

Harald Eggebrecht: „Die glorreichen Vier“, in: Süddeutsche Zeitung, 29.01.2018