Anna Prohaska

Sopran

Auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper München war die Sopranistin als Blonde und Adele und bei den Münchner Opernfestspielen 2016 in Les Indes Galantes zu erleben. Weitere Verpflichtungen waren unter anderem Zerlina an der Mailänder Scala, Constance am Royal Opera House Covent Garden, Blonde in Die Entführung aus dem Serail an der Pariser Oper, Morgana in Alcina beim Festival d‘Aix-en-Provence, Sophie im Baden-Badener Rosenkavalier und Anne Trulove, Marzelline und in Purcells The Fairy Queen am Theater an der Wien. Regisseure, die ihre szenische Arbeit prägten, waren Katie Mitchell, Michael Thalheimer, Jossi Wieler/Sergio Morabito, Harry Kupfer, Willy Decker, Christoph Schlingensief, Robert Carsen und Claus Guth.

In der Saison 17/18 ist Anna Prohaska wieder am Theater an der Wien in einer Neu-Inszenierung von Claus Guth (Händels Saul) sowie am Royal Opera House Covent Garden als Nanetta in Verdis Falstaff zu Gast. Auch an ihrem Berliner Stammhaus, der Staatsoper Unter den Linden, ist sie in einer Premiere zu erleben: In der Titelpartie von L’incoronazione di Poppea von Monteverdi.
Auf dem Konzertpodium ist sie auch diese Spielzeit mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim in Berlin und im Wiener Musikverein mit den Oratorien von Debussy in einer ganz anderen Facette zu erleben.
Nachdem sie schon bei den Eröffnungskonzerten des Pierre Boulez Saals mitgewirkt hat, verwirklicht sie dort im März 2018 mit Schönbergs Pierrot Lunaire einen lang gehegten Repertoirewunsch, unter der Leitung von Zubin Mehta, am Klavier auch diesmal Daniel Barenboim.

Mit der ihr eigenen Leidenschaft widmet sich Anna Prohaska dem unerschöpflichen Repertoire der Alten Musik. Immer wieder arbeitete sie mit Nikolaus Harnoncourt. Regelmäßig singt sie mit Concentus Musicus, der Academy of Ancient Music, dem Freiburger Barockorchester, der Akademie für Alte Musik Berlin und Il Giardino Armonico unter Giovanni Antonini. Mit eigens von ihr konzipierten Barockprogrammen ist sie auf Tournee mit Il Giardino Armonico (Medea) und der Akademie für Alte Musik Berlin (Shakespeare & Music).
Sie ist genauso eine gesuchte Interpretin zeitgenössischer Musik. Großen Erfolg feierte sie als Inanna in Jörg Widmanns Babylon (ein Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper), sie war die Interpretin der Uraufführungen von Wolfgang Rihms Mnemosyne und Requiem Strophen mit den Berliner Philharmonikern und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Samothrake mit dem Leipziger Gewandhausorchester, von Giacomo Manzonis Il Rumore del Tempo mit Maurzio Pollini sowie Toshio Hosokawas Klage (nach Trakl) mit dem NHK Symphony Orchestra. Nach der Salzburger Uraufführung ist Anna Prohaska geladen, auch die mit Spannung erwartete japanische Erstaufführung im Dezember 2017 von Hosokawas Klage gemeinsam mit dem NHK Symphony Orchestra zu singen.

Auf der Konzertbühne trat Anna Prohaska gemeinsam mit den Wiener und Berliner Philharmonikern auf, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem London Symphony Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic und dem Cleveland Orchestra und mit dem Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von Dirigenten wie Simon Rattle, Daniel Harding, Mariss Jansons, Yannick Nézet-Séguin, Herbert Blomstedt, Franz Welser-Möst, Gustavo Dudamel oder Claudio Abbado. In den Jahren 2013-2015 war sie „Junge Wilde“ des Konzerthauses Dortmund, in der Spielzeit 2015/16 Residenzkünstlerin, 2016/17 stand sie im “Focus” der Alten Oper Frankfurt. 2017/18 wird sie Artist in Residence der Philharmonie Luxemburg.

Mit ihren thematischen Liederabenden wie „Glaube + Ekstase“, „Sirène“, „Ophelia Sings“ und „Behind the Lines“ ist sie regelmäßiger Gast in Schwarzenberg, Berlin, Wien, Frankfurt, London, Hamburg, Amsterdam und Luzern, wo sie mit Pianisten wie Eric Schneider, András Schiff und Daniel Barenboim zusammenarbeitet. 2018, anlässlich des 100-jährigen Jahrestags des Endes des 1. Weltkrieges ist sie mit dem von ihr einzigartig zusammengestellten Programm „Behind the Lines“ u. a. im Concertgebouw Amsterdam und der Hamburger Elbphilharmonie zu hören.

Ebenso großes Gewicht in Anna Prohaskas Kalender hat die Kammermusik, die sie in unterschiedlichsten Formationen aufführt. Jörg Widmann, Veronika Eberle, Vilde Frang, Alisa Weilerstein und Isabelle Faust zählen hier zu ihren Partnern.

Im Dokumentarfilm “Die Fabelwelten der Anna Prohaska” (2013, Regie: Andreas Morell) zeigt Anna Prohaska ihre kreative Persönlichkeit in ihren bemerkenswert unkonventionellen Musikvideos. In dem Kinofilm „The Casanova Variations“ (2014, Regie: Michael Sturminger) drehte sie an der Seite von John Malkovich. Ihre Diskographie umfasst Aufnahmen von Rufus Wainwrights Vertonung von Shakespeare-Sonetten mit dem BBC Symphony Orchestra (“Take all my Loves”, 2016 Deutsche Grammophon), der Entführung aus dem Serail mit Yannick Nézet-Séguin, Bergs Lulu-Suite mit den Wiener Philharmonikern unter Pierre Boulez sowie Mozarts Requiem mit dem Lucerne Festival Orchestra unter Claudio Abbado. Nach ihren Soloalben Sirène und Enchanted Forest veröffentlichte die Deutsche Grammophon 2014 das Rezital Behind the Lines zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges. Mit ihrem neuesten Album Serpent & Fire: Arias for Dido and Cleopatra (Juni 2016 bei alpha) mit Giardino Armonico und Giovanni Antonini hat sie gleich nach Erscheinen die Bestenlisten erobert.

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