Eiji Oue

Dirigent

Der in Japan geborene Eiji Oue begann schon im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel. Sein Dirigierstudium absolvierte er bei Hideo Saito an der Toho Gakuen School of Music und bei Larry Livingston am New England Conservatory. Zu seinen Lehrern zählen außerdem Seiji Ozawa, Sergiu Celibidache, Claudio Abbado, Sir Colin Davis, Kurt Masur und insbesondere Leonard Bernstein, den er 1978 in Tanglewood kennenlernte. Als Mentor und Freund stellte Bernstein seinen Schüler in der ganzen Welt vor, teilte das Podium mit ihm, u. a. an der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper und der Opéra Bastille in Paris. 1980 wurde dem jungen Dirigenten in Tanglewood der Koussevitzky Memorial Fellowship Preis verliehen, ein Jahr später gewann er den Ersten Preis und die Hans-Haring-Goldmedaille des Dirigierwettbewerbs des Salzburger Mozarteums. Im Sommer 1990 unterstützte er Leonard Bernstein bei der Gründung des Pacific Music Festival in Sapporo und war dort „conductor in residence“.

Von 1991 bis 1995 war Eiji Oue Chefdirigent des Erie Philharmonic Orchestra, wo er u. a. mit dem Cellisten Truls Mork musizierte, der von der Zusammenarbeit sehr begeistert war und begann, ihn in Europa zu empfehlen. Anschließend leitete er als musikalischer Direktor sieben Jahre lang das Minnesota Orchestra, mit dem er zahlreiche Konzertreisen unternahm und viele CDs einspielte. Von 1997 bis 2003 war Eiji Oue Musikalischer Direktor des Grand Teton Music Festival in Wyoming. In der Saison 1998/99 übernahm er die Chefposition bei der NDR Radiophilharmonie Hannover, wo er neben den regelmäßigen Abonnement-Konzerten eine zusätzliche Konzertreihe am Sonntagmorgen etablierte, die sich äußerst erfolgreich an neue und jüngere Publikumskreise wendet. Ebenfalls auf seine Initiative hin wurde 2002 vom NDR zum ersten Mal der Musiktag Hannover veranstaltet, an dem er Musiker der Hochschule und der Radiophilharmonie zu vielen gemeinsamen Konzerten vereinigt hat, ein Projekt, das aufgrund der großen Resonanz seither alle zwei Jahre stattfindet. Bis heute ist er dem Orchester als erster Ehrendirigent eng verbunden. Von 2006 bis 2010 hatte Eiji Oue die Leitung des Orquestra Simfónica de Barcelona inne, von 2003 bis 2011 war er Musikalischer Direktor des Osaka Philharmonic Orchestra.

In den USA und Kanada war Eiji Oue Gast bei so namhaften Orchestern wie dem New York Philharmonic Orchestra, Toronto Symphony Orchestra, Montreal Symphony Orchestra, Detroit Symphony Orchestra, Philadelphia Orchestra und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra. Neben seiner Tätigkeit in Grand Teton konzertierte er auch bei den Festivals in Ravinia, Tanglewood, Grand Park, Wolf Trap, Great Woods, Round Top and Midland. Weitere internationale Verpflichtungen führten den Künstler von Rom über Paris, London, Oslo bis nach St. Petersburg und Tokio. 2005 dirigierte Eiji Oue bei den Bayreuther Festspielen Tristan und Isolde zur Eröffnung der Festspiele, zu denen er als erster asiatischer Dirigent überhaupt eingeladen wurde.

Die vergangenen Jahre brachten interessante Engagements wie das Osaka Festival und die Welttournee mit dem Tokyo Philharmonic Orchestra. Für 2016/17 stehen neben ausgedehnter Konzerttätigkeit in Japan Wiedereinladungen u. a. nach Belgrad, Breslau und Buenos Aires an sowie Konzerte mit dem Berner Symphonieorchester und dem Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai in Turin und Florenz.

Eiji Oues besondere Leidenschaft gilt der Arbeit mit jungen Musikern und seiner Professur für Dirigieren an der Musikhochschule Hannover, die er seit Herbst 2000 innehat. Zweimal im Jahr leitet er eine ausgedehnte Proben- und Konzertphase mit dem Orchester der Hochschule. Im Frühjahr 2017 wird er in einem Projektaustausch mit der Sibelius Akademie in Helsinki das Hochschulorchester von Hannover dort vorstellen. Im Herbst 2016 arbeitet Eiji Oue erstmals auch mit dem Niedersächsischen Jugendsinfonieorchester. Für seine Verdienste als Chefdirigent und Pädagoge wurde er mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet.

Zahlreiche CD-Einspielungen belegen die künstlerische Schaffenskraft des Dirigenten. Zu seinen Aufnahmen gehören u.a. Strauss Vier letzte Lieder mit Michaela Kaune (edel classics) und Spohrs Violinkonzerte mit dem Swedish Radio Orchestra und Hilary Hahn (Deutsche Grammophon).

 

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