Mit bedenkenlos impulsiver Resolutheit, in Ansatz und Durchführung, gelingt es dem Nestor der gegenwärtigen internationalen Dirigenten-Elite, seinen nie nachlassenden Gestaltungswillen umzumünzen in ein über jeden Zweifel erhabenes objektivierendes Wertungsstreben. Blomstedts narrative Unbedingtheit vermittelt sich mit perfekter Überschaubarkeit so natürlich wie ein Alltagsphänomen. Eine von innovatorischer Durchdrungenheit gezeichnete Leistung erwächst zum Hör-Fest.
Hanspeter Krellmann,  Ludwig van Beethoven: Sinfonien 1–9; Gewandhaus-Orchester Leipzig, Herbert Blomstedt, in: NMZ, Ausgabe 10/2017

 

Dirigent Blomstedt fächerte diesen Kosmos optimal auf, machte die Welt aus titanischen Klangsäulen und delikaten Ornamenten zugänglich. Versetzte uns mitten hinein in die Sphären, da Cherubim und Seraphim ihren Lobgesang anstimmen, wo sich Glanz und Demut verbinden.

Markus Noichl, Musik der Menschenliebe, in: Allgäuer Zeitung, 28.06.2016


Dann aber demonstrierte uns Beethoven, dass seine fünfte Sinfonie keineswegs verbrauchte Klangware ist. Blomstedt entfesselte sie mit Fortekraft wie in ihren unerwarteten Wendungen, steuerte die Wechselrede der Bläser- und Streicherchöre im ersten Satz mit kammermusikalischer Delikatesse, aber vertiefte sich auch in die Variationen des Andante mit fein ausgekosteten Pianissimi und in die düsteren Schemenreigen des Themas im Scherzo. Schließlich aber siegte der C-Dur-Glanz im Finalsatz: nicht nur Triumph eines Ethos als Macht des Humanen, sondern auch Zeugnis abendländischen Musikgenies - und der musikalischen Potenz der BR-Symphoniker.
Klaus P. Richter, Fiepen mit Stil, in: Süddeutsche Zeitung, 13.05.2016


Wenn man diese im 4. Satz [von Beethovens 5. Symphonie] mit von spannungsgeladenem Zug im Tempo und strahlend-hellem Kapellklang geprägte Deutung trotzdem entspannt nennen darf, so betrifft dies vor allem eine diesseitige, von tiefem Respekt vor der Musik und sich stets erneuerndem Enthusiasmus geprägte Haltung, für die Herbert Blomstedt steht.
Alexander Keuk, Hier habe ich gelernt, was Musik ist, in: Dresdner Neueste Nachrichten, 07.05.2016


Blomstedt was still his typical self. Present Thursday were all the precision, clarity, sweetness and layered nuance that have been hallmarks of the conductor's work for years, to the point where an attentive listener could have named Blomstedt without looking.
Zachary Lewis, Cleveland Orchestra offers quality over quantity on program with maestro Herbert Blomstedt, in: www.cleveland.com, 19.02.2016


Und Herbert Blomstedt? Der zaubert auch weiterhin, wirkt trotz seiner 88 Jahre jung und frisch, dirigiert natürlich auswendig aber wenig im klassischen Sinn, sondern gibt vielmehr Impulse, modelliert Bögen und setzt dabei nicht nur Hände sondern auch sparsam und wohldosiert Ellenbogen und Schultern, wo nötig auch den ganzen Rumpf ein. […] Auch feinste Veränderungen in der Mimik wirken sich sofort auf den Klang aus. Eigentlich dirigiert der in Amerika geborene Schwede das Orchester gar nicht, sondern geht mit ihm auf eine Reise durch die musikalische Welt der Komponisten. Und der Zuhörer? Der kann sich dem auch nicht entziehen, sondern wird einfach mitgenommen. Und verzaubert!
Michael Sikora, Hier ist jeder stolz, Teil des großen Ganzen zu sein, in: Nürnberger Nachrichten, 30.11.2015


What he does is love music, and he communicates that love, more and more it seems to me on recent hearings, with conducting that exudes delight. I cannot remember hearing an "Eroica" whose first movement left me with cheeks ahcing from smilingso muhc. It's not that this is jolly music, or that he made it seem funny. The smile he occasioned was a deeper one, a response to the the wonderfulness of it and the perfect aptness of various mometns of it and the sheer fun of people being able to play it, and being able to listen to it. 
Anne Midgette, Herbert Blomstedt illuminates Beethoven, joyously, with the NSO, in: The Washington Post, 27.02.2015


...whether in Bruckner or in Sibelius, Blomstedt always seems to find those nuances of detail that call attention to why the panorama is not a uniform one.
Beyond those nuances, however, Blomstedt also commands exquisite skills in realizing dynamic contours that change gradually. ... Under Blomstedt's hands (which conducted both Mozart and Sibelius without a baton, always giving more attention to shape than to basic pulse), that sense of there always being a higher level of energy emerged with stirring clarity.
Stephen Smoliar, Herbert Blomstedt brings grace and grandeur to Davies Symphony Hall, San Francisco Examiner, 14.02.2015