Juliane Banse

Sopran

„Die Sopranistin verfügt über eine Stimmfarbe, die den Liedern besonders angemessen scheint. Sie ist überhaupt nicht besonders strahlend, sondern wirkt eher intim und sehr häufig etwas melancholisch. Die traurige Stimmung vieler Lieder, etwa des 'Mädchenlieds' aus op. 107 vermittelt sie daher perfekt.“
Jan Kampmeier: „Maßvoll und unaufdringlich“, in: klassik.com, 15.09.2017 – CD, Johannes Brahms: Sämtliche Sololieder

„Banse interpretierte den 15-teiligen Zyklus nicht als eine Aneinanderreihung von Liedern, sondern als theatralisches Ganzes wie eine kurze Oper über die bewegte Lebensgeschichte der Muttergottes. Sie ließ diese Lebensstationen zwischen zartester Poesie und tiefster Dramatik changieren. Juliane Banse verfügt über eine samtige reife Stimme, die aber in den Höhen glockenhell tönt. Ihre Flexibilität macht diese berauschende Expressivität erst möglich: Mühelos nimmt sie die Dissonanzen und Sprünge in den Gesangslinien und besitzt die Technik für ein traumhaftes Legato. Alles ist perfekt intoniert und artikuliert.“
Edith Rabenstein: „Juliane Banse singt das Leben der Gottesmutter“, in: Passauer Neue Presse, 16.07.2017 – Hindemiths „Marienleben“ mit Martin Helmchen

„Juliane Banse gehört zu den führenden, intelligenten Sopranistinnen, zumal in der Neuen Musik. Beide, Reimann wie Rihm, schrieben Musik für sie, und sie schrieben sie so, dass Banses weicher, schmeichelnder Sopran wie auf Rosen gebettet ist. Zauberhaft anzuhören ist das auf der CD, die beide Stücke nun vereint. [...] ungestört von höherfrequenter Klangkonkurrenz darf sich die Singstimme in betörender Süße präsentieren, Melismen ausbreiten, die so zart wirken wie zerbrechlich.“
Clemens Haustein, in: Fono Forum, Mai 2017 - Unanswered Love

„Wie aber Juliane Banse und mehr noch ihr Klavierpartner Wolfram Rieger Schuberts Wunderwerke der Sensibilität ausdeuten, das beeindruckt außerordentlich. Nicht umsonst wurde die psychologische Tiefe in dieser Musik erst im 20. Jahrhundert wirklich erkannt, da sie dessen traumatische Ereignisse bereits vorauszuahnen schien. Das Duo spannt den Deutungshorizont weit auf, reißt manches an, lässt vieles im Ungewissen. Die Ambivalenz dieser anmutigen und gleichzeitig erschütternden Musik ist greifbar und lässt viel Raum für die eigene Nachinterpretation. Ein großer Abend fernab aller Berieselung.“
Christian Schmidt: „Anmut und Erschütterung“, in: Der Tagesspiegel, 05.04.2017

„Der Sängerin in Poulencs Monodram macht es der Regisseur dabei nicht gerade leicht: Sie muss eine Figur, die im Original mit reichlich Chanel No. 5 besprüht ist, im Fichtennadelduft einer realistisch angelegten Waldszenerie glaubhaft machen. Juliane Banse gelingt das in ihrem großartigen Rollendebüt ohne Mühe. Elegant erspielt sie sich den engen Raum; geschmeidig und mit weichem Trauerflor belegt, fließt die Stimme über das Orchester, das sich in der Sicht- und Hörschneise zur Bühne gnadenlos breitmacht.“
Stefan Rütter: „Juliane Banse glänzt allein im Wald“, in: Kölner Stadt- Anzeiger, 16.01.2017

“...such was her skill and ability to communicate that what we took away from the concert was the sense of a highly satisfying exploration of the songs. Banse's voice was soft-grained yet vibrant. She sang from memory and the whole programme was richly complex and communicative with a lovely combination of sense of line and projection of text.”
Robert Hugill: „Juliane Banse in Schumann, Mendelssohn and Brahms at the Oxford Lieder Festival“, in: Planethugill.com, 25.10.2016